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Zukowo – Kartuzy

Das Wegzeichen der Jakobsmuschel ist aus Naturschutzgründen auf die Bäume aufgesprüht
Was für ein Glück bei dieser Hitze, wir kommen auf unserer Strecke zwischen Zukowo und Kartuzy 2x durch einen schönen schattigen Wald

 

Gleich am zweiten Tag auf dem pommerschen Jakobsweg machen wir insgesamt 27 km, zumindest nach Doros Fitnesstracker. Die eigentliche Etappe ist „nur“ 18 km lang. Wir befinden uns in der Kaschubei (polnisch Kaszuby) inmitten von Pommern. Die Kaschuben bewahren ihre Traditionen und haben auch ihre eigene Sprache. In Lebork habe ich ja die Gelegenheit, an einem kaschubischen Gottesdienst teilzunehmen, aber dazu später mehr.

Priestermangel?

Wir starten früh in Zukowo, nachdem wir auf dem Zimmer gefrühstückt haben. Glücklicherweise hatten wir von Doros Mutter eine ganze Wagenladung voll selbstgebackenem Kuchen mit, und damit wir den nicht weiter durch die Gegend tragen müssen, essen wir ihn lieber. So gestärkt gehen wir zuerst zur Kirche Maria Himmelfahrt in Zukowo, wo wir vom Pfarrer höchstpersönlich den Stempel für den Pilgerausweis bekommen. Hier in Polen ist von Priestermangel keine Spur, es gibt sogar noch junge Priester und gleich mehrere pro Gemeinde, um die vielen Gottesdienste, die gerade Sonntags stattfinden, überhaupt bewerkstelligen zu können. Ein unglaublicher Unterschied zu Deutschland.

 

Kirche fotografiert durch einen Torbogen, mit blauem Himmel und großen Bäumen
Die Kirche Maria Himmelfahrt in Zukowo (Zuckau) gehört zum Klosterkomplex der Prämonstratenserinnen

 

Ein Stück weit begleitet uns der Fluss Radunia, der zum Teil durch das Naturreservat Jar Rzeki Raduni führt und wo wir uns in besagtem schattigen Wald befinden. Die beiden Waldabschnitte und die Möglichkeit für mich, zweimal ins Wasser zu hüpfen auf dieser Etappe, machen die Hitze etwas erträglich. Allerdings gibt es auf diesem Abschnitt keine Einkehrmöglichkeiten. Ausreichend Proviant und Wasser mitführen bei dieser Hitze ist die Devise. Am Ende der Etappe werden wir vorsichtshalber in Kartuzy ordentlich Brot und Käse kaufen für weitere Notfälle, die wir dann nicht mehr brauchen werden, weil wir danach immer Einkehrmöglichkeiten finden. So ist das Leben 😉 .

 

Pilgerin mit blauem Rucksack auf sandigem Weg mit Getreidefeld im Vordergrund
Zum Teil auch auf sandigen Wegen erleben wir diese Julihitze ganz nah und unmittelbar

 

Wanderschuhe

Für diesen pommerschen Jakobsweg habe ich mir neue Wanderschuhe zugelegt. Das ist jetzt eigentlich ein Anfängerfehler, den ich schon mal gemacht habe, als ich 2007 zum ersten Mal zu Fuß auf dem Camino Francés in Spanien unterwegs war. Damals habe ich die nagelneuen Schuhe ordentlich mit vielen Blasen in der ersten Woche eingelaufen, war aber danach sehr zufrieden damit. Mittlerweile, ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste, plagen mich Knieprobleme rechts, und ich hatte auf dem Camino Portugues 2016 und dem Camino Finisterre 2017 ordentliche Schwierigkeiten dadurch. Seit neustem bin ich Fan von Barfuss-Schuhen, und so habe ich mir Barfuss-Wanderschuhe von der Firma Bär zugelegt. Und siehe da, ich werde auf dem gesamten pommerschen Jakobsweg ohne jegliche Knieschmerzen oder sonstigen Problemen, was die Füße und Beine angeht, unterwegs sein. In der Rubrik Schuhe werde ich meine neuste Errungenschaft näher beschreiben.

 

 

Schwarze Wanderschuhe ohne Absatz mit roten Schnürsenkeln
Die Barfuss-Wanderschuhe von Joe Nimble zeichnen sich aus durch eine stabile Sohle, aber ohne Absatz und mit maximaler Zehenfreiheit

 

Kaschubei

Wir sind auf dieser Etappe im Gebiet der Kaschubischen Seenplatte unterwegs, und wo „Seen“ draufsteht, sind glücklicherweise auch Seen drin. In einem dieser großartigen Exemplare gehe ich schwimmen, nachdem ich vorher schon den Fluss Radunia beehrt hatte, was eigentlich verboten war. Das Verbotsschild hatte ich aber erst nach dem Schwimmen gesehen. Ehrlich!

Doro stehend und Beate sitzend am Fluss machen eine Pause
Nach dem schwimmen ist vor dem schwimmen, gerade getrocknet freue ich mich schon aufs nächste Nass (Bild Hans-Jörg Bahmüller)

 

Das Besondere hier ist, dass die Seen komplett naturbelassen sind, von Eintritt oder Umzäunung ist nichts zu sehen, und jeder, der möchte, kann hier einfach schwimmen gehen. Durch diese Ungezwungenheit sind auch keine Eisdielen oder Kioske jeglicher Art in der Nähe, was wiederum sehr figurschonend ist.

 

Blick auf den See mit einem Baum davor und einer Blumenwiese
Der Anblick des Sees Jezioro Dzierzaskie lässt mein Herz sofort höher schlagen, besonders bei der Hitze im Moment
Kuh schüttelt sich nach dem Trinken und die Wassertropfen fliegen
Die Kuh findet Wasser bei der Hitze auch grossartig und will gleich mit in den See

 

Als wir am späten Nachmittag in Kartuzy einlaufen, freue ich mich auf unsere nächste Übernachtung. Wir werden in einem Gartenhaus schlafen, das die Bezeichnung Gartenhaus eigentlich nicht verdient hat (sondern ein kleiner Palast ist). Aber das ist eine andere Geschichte, die ich morgen beschreibe.

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