Menü +

Jakobswege / Pilgerwege

Unter diesem Punkt gibt es Links zu zwei anderen Internetseiten von mir (und Hans-Jörg Bahmüller):

  • Jakobswege in Deutschland
    Hier findest Du Informationen über alle 30 Jakobswege in Deutschland, die von den Deutschen Jakobusgesellschaften als sogenannte Hauptwege klassifiziert wurden.
  • Jakobswege in Europa
    Hier gibt es 30 weitere Wege, die durch Europa führen, auch wieder mit detaillierten Infos, GPS-Tracks zum Download, Pilgerführer und einfach allem, was Du über diese Wege wissen musst.

Und direkt auf dieser Seite, Pilgerwissen.de,  habe ich noch die große Rubrik mit Pilgerwegen weltweit. Diese Rubrik ist noch im Aufbau 🙂 .

Wann ist ein Weg ein Pilgerweg?

Unbenutze Schienen in der Mehlinger Heide, Pfalz, zur Zeit der Mandelblüte
Wann ist ein Weg ein Jakobsweg oder ein Pilgerweg? Dieses Bild zeigt statt Pilgerweg oder Jakobsweg einen Schienenweg und ist aufgenommen in der Mehlinger Heide, in der Pfalz.

 

Laut Duden ist ein Pilgerweg dadurch gekennzeichnet, weil er von Pilgern begangen wird. Und was ist dann ein Pilger, eine Pilgerin? Auch wieder laut Duden jemand, der aus Frömmigkeit einen Weg zu einer besonders verehrten Stätte macht. Und der Jakobsweg ist auch ein Pilgerweg, mit dem Unterschied, dass er in Santiago de Compostela endet. (Quelle: www.duden.de mit der Suche nach den Begriffen „Pilgerweg“, „Pilger“ und „Jakobsweg“) .

Pilger kommt vom Lateinischen von per agere, per bedeutet „über“, agere ist der „Acker“, was übersetzt Fremde sein kann, also „über den Acker gehen“ oder „in die Fremde“ gehen. Neben Wallfahrten, die auch religiöse Stätten als Ziel haben, aber deutlich kürzer angelegt sind, denken wir bei Pilgerreisen an die drei großen Pilgerziele seit Jahrhunderten, ins Heilige Land, nach Rom und nach Santiago de Compostela.

Für mich

ist ein Pilgerweg ein Weg zu einer besonderen Stätte, da stimme ich mit dem Duden überein. Dass eine Pilgerin oder ein Pilger einen Weg rein aus Frömmigkeit macht, glaube ich in der heutigen Zeit nicht mehr. Frömmigkeit ist auch wieder so ein Begriff, was definieren wir unter Frömmigkeit? Irgendwie weckt dieser Begriff nicht so gute Gefühle in mir, ich mag den Begriff nicht so gerne. Ich denke, die Beweggründe, einen Pilgerweg oder einen Jakobsweg zu gehen, ist sehr vielfältig heutzutage und nicht unbedingt nur auf Frömmigkeit oder Ablaß von Sünden aus.

Ich gehe einen Pilgerweg oder Jakobsweg, weil ich zum einen unterwegs sein möchte, aber nicht nur um des Unterwegssein-Wollens. Ein bestimmtes Ziel zu haben, finde ich schön. Andere Pilgerinnen und Pilger zu treffen, die dieses Ziel auch haben, ist wunderbar und sehr verbindend. Draußen in der Natur zu sein, auch, den Elementen ausgesetzt, nicht vollgestopft mit Luxus und „all inclusive“. Und statt Frömmigkeit möchte ich gerne Spiritualität sagen. Wenn ich draußen bin, in der Natur, auf einfache Art und Weise, nicht mit dem Auto oder wahnsinnig viel Gepäck, das mich nur „belastet“, in der Begegnung mit Menschen, die auch „auf der Suche sind“, nach Gott, nach sich selbst, oder vielleicht auch einfach nur nach Ruhe und Entschleunigung, das hat für mich etwas Spirituelles. In Verbindung mit oben (Himmel) und unten (Erde) und auch mit den Lebewesen um mich herum.

 

Auf dem Camino Finisterre 2017 treffe ich Julian und pilgere mit ihm zwei Stunden bis nach Logoso
In der „zufälligen“ Begegnung mit dem Anderen, die vielleicht nur wenige Stunden dauert, erfahre ich auch ganz viel über mich selbst.

Jakobswege

Der Jakobsweg hat als Ziel das „Grab“ des Heiligen Apostels Jakobus, der Ältere, das in Santiago de Compostela sein soll. Zu Jakobus habe ich etwas geschrieben auf einer separaten Seite. Und Grab setze ich in Anführungszeichen, weil kein Mensch weiß, ob in Santiago tatsächlich die Knochen von Jakobus, dem Älteren, liegen. Im Endeffekt ist das, so glaube ich, auch egal.

Manchmal werde ich gefragt, wo denn der Jakobsweg sei und viele glauben, es handelt sich dabei nur um den Camino Francés, die Strecke von den Pyrenäen an der Grenze von Frankreich nach Spanien, die nach Santiago de Compostela führt und die so wunderbar von Hape Kerkeling beschrieben wurde. Camino ist spanisch und bedeutet Weg, somit wäre das der „französische Weg“. Aber die Spanier selbst sagen, nach dem Beginn des Jakobswegs gefragt,

„El camino comienza en su casa“

was soviel heißt wie, der Weg beginnt in Ihrem Haus. Denn im Mittelalter, der Jakobsweg wurde ab dem 9. und 10. Jahrhundert begangen, musste man zwangsläufig von der eigenen Haustür starten. Und so hat sich ein Wegenetz über Europa gebildet (siehe unsere Karte auf www.jakobswege-europa.de).

Menü